| Â |

|
| Eine ähnliche Großwetterlage wie bald gab es auch im eisigen Januar 1940. (Grafik: Kai Zorn) |
| Â |
Wer kennt das nicht? Der Job wird manches Mal zum Alltag und man erledigt dann seine Arbeit. Das kommt bei mir zwar nicht oft vor, aber eben ab und zu, vor allem bei „langweiligen Wetterlagen“, wenn sich über Wochen kaum etwas tut und man sich die Themen schon fast aus den Fingern saugen muss. Meist jedoch geht es in der Wetterküche spannend zu und ich bin jedes Mal zu tiefst dankbar, diese Aufgabe erledigen zu dürfen.
Das, was die Wetterentwicklung jedoch im Moment bietet, erfüllt mich mit einer großen Erfurcht. Es gab Wetterlagen, da schoss Adrenalin durch meine Adern… das war beim Pfingsthochwasser 1999 so, bei Lothar an Weihnachten sowie beim Augusthochwasser 2005. Meteorologisch höchst interessant waren auch der August 2003 sowie der Juli 2006.
Jetzt aber bahnt sich eine gigantische Großwetterlagenkonstellation an, die sich ihresgleichen nur in wenigen Wintern findet, und zwar in den kältesten Wintern des vergangenen Jahrhunderts!
Normalerweise liegt im Winterhalbjahr über dem grönländischen und isländischen Raum ein Tief-Zentrum, das für eine wechselhafte Witterung sorgt. Über Labrador und dem Westatlantik fließen die eisigen und schweren Luftmassen nach Süden und fachen dieses Tief an. In den meisten Wintern schafft es das Tief im Gegenzug, bis nach Ost- und Nordeuropa milde Luft zu wuchten. Ist dieses Tief schwächer und dominieren mehr Hochs unser Wetter, dann kommt es zu einer gestörten Zirkulation und die Winter sind tendenziell kälter. Es folgen Kalt- und in wenigen Fällen auch Strengwinter. Der vergangene Winter war so ein Kaltwinter. |